Alltag

CrossFit im Alltag.

Eigentlich wollte ich diese Woche über das Workout 17.5 schreiben, aber das bekommt ihr im Rahmen des nächsten Blogs, der ein Rückblick auf meine Sicht der Open werden soll, nachgeliefert. Tatsächlich finde ich es unglaublich interessant, wie sehr mir CrossFit im Alltag weiterhilft. Gemerkt habe ich das vor allem heute. Aber wieso ausgerechnet heute? Die Antwort ist ganz einfach: Ein sehr guter Freund von mir ist umgezogen und als vorbildlicher Trauzeuge sagt man natürlich zu, ihm beim Möbelschleppen zu helfen.

Mit zwei Schokocroissants im Bauch, die ich auf dem Weg zum Zug noch weggeatmet habe, starte ich in die Schlepperei. Ein kompletter Hausrat mit echten Highlights (Kleiderschrank, Waschmaschine, Trockner, Bücherkisten) muss von A nach B bewegt werden und Nici hat mir selbstverständlich eine Rolle zugeschrieben, die wie perfekt für mich gemacht ist: Schleppen. Denn denken tun die anderen.

Eine echte Offenbarung wurde das das ganze Thema für mich allerdings erst, als ich warm war und die Menge an Möbeln gefühlt nicht kleiner wurde. Alles aus dem zweiten Stock in den Transporter schleppen, fahren, und alles aus dem Transporter wieder in den zweiten Stock. Während ich vor einem Jahr noch geölt hätte wie ein undichter Frachttanker, konnte ich feststellen: Läuft nicht! Bis auf einen leicht erhöhten Puls und die obligatorischen Schweißplacken unter den Armen und am Rücken wirkt alles noch relativ frisch. Außerdem stelle ich fest, dass mein Körpergefühl ein ganz anderes ist, als es noch vor einem Jahr der Fall war. Wie ein übergewichtiges, aber junges Reh flitze ich die Treppen rauf und runter - gefühlt war die Hälfte der WODs, durch die ich mich die letzten fünfeinhalb Monate gequält habe härter als das hier!

Kurz schießen mir all’ die Thrusters durch den Kopf, die ich machten musste. Die Wallballs, die Boxjumps, die Power-Snatches, wenn vorher noch ein AMRAP 12 durchgezogen wurde.

Eigentlich irre, wie schnell sich der Körper an solche Reize anpasst, wenn man ihn mit Proteinen, ab und an ein bisschen Gemüse und einer nicht unerheblichen Menge Ben & Jerry’s füttert.

Nach vielen Stunden Möbelschlepperei packe ich meine Sachen und mache mich auf den Weg zum Bahnhof. Als ich in Mainz ankomme, beschließe ich, die Laufschuhe zu schnüren und noch eine Runde am Rhein zu drehen. Ich fühle mich sportlich noch nicht völlig ausgelastet - vor einem Jahr war das geradezu undenkbar. Ob das an den gefühlten 3 Litern Cola, oder an den 5 Rosinenbrötchen gelegen hat, die ich mir im Laufe des Tages noch reingenehmigt habe? Vielleicht! Viel wichtiger ist aber, dass ich seit Oktober 2016 wieder richtig Bock auf Sport habe und merke, wie sehr ich mich im Allgemeinen verbessere, auch wenn ich mal nicht regelmäßig laufe oder Ähnliches. Ich glaube deshalb, dass die Philosophie von CrossFit, den Menschen im Alltag und für alle möglichen Lebenssituationen besser zu machen, kein reiner Marketing-Slogan ist. Denn wer ein AMRAP 12 mit Thrusters und Handstand Pushups durchsteht - und damit meine ich auch mental - der kann im Leben noch viel mehr schaffen!

 

Euer Max