CrossFit Copenhagen

Meine ersten Drop-Ins.

Ich habe die ersten beiden Drop-Ins meines Lebens hinter mich gebracht! „Hinter mich gebracht“ klingt so negativ, aber eigentlich soll das nur betonen, dass man sich mal wieder auf etwas Neues eingelassen hat. Jede Box auf diesem Planeten hat eine andere Philosophie, definiert einen Schwerpunkt, der eher auf der Stärke, der Athletik, der Mobilität oder der Ausdauer liegen kann. Dementsprechend ist jedes Programming anders, möglicherweise sogar ungewohnt.

Zusammen mit Emu, mit dem ich einen Roadtrip über Köln nach Kopenhagen gemacht habe, kam die Idee auf, in diesen beiden Städten praktischerweise noch ein bisschen Sport zu machen, bevor lokale Spezialitäten wie der „Kölsch“ genannte Gerstensaft, oder diverse Dänische Getränke getestet werden konnten. Wie praktisch, dass Bier auch wichtige Vitamine und Mineralstoffe enthält, die sich perfekt zur isotonischen Anwendung nach dem Sport eignen!*

Beispielsweise enthält Bier auch Vitamin C.** Schon mit 37 Bier kann man den täglichen Vitamin C-Bedarf decken! Gesunde Ernährung kann so einfach sein! Doch ich schweife ab.

Unser erster Drop-In und damit auch mein erstes Mal „Auswärts-CrossFit“ war im My CrossFit in Köln. Praktisch neben einem REWE gelegen, wirkte die Box von außen erst einmal unscheinbar. Nach dem Betreten haben wir aber direkt gemerkt, dass das Ding gut besucht war. Nach dem Umziehen wurden wir von unserem Coach darauf hingewiesen, dass jede Klasse mit einer individuellen Aufwärmphase beginnt. Gute Sache, wie ich finde! So kann jeder seine persönliche Routine durchführen, bei mir sind das in der Regel Beine und Schultern, die ich gezielter warm mache. Versammlung am Whiteboard. Beim Blick darauf wird deutlich, dass der Schwerpunkt heute nicht auf dem Gewicht liegen wird, sondern auf horizontalen und diagonalen Bewegungen. Außerdem üben wir einarmige Liegestütze. Mich beruhigt, dass Emu die auch nicht kann. So werkeln wir fleißig an einer hochkant gestellten Box vor uns hin, die diese Art der Push Ups auf ein für uns machbares Level skaliert. Parallel dazu arbeiten wir mit Gummibändern, die wir für Punches verwenden, um die Hüfte zu trainieren. Auch interessant war eine Variation der Sumo-Deadlifts, bei denen ebenfalls ein Gummiband zum Einsatz kam. Sehr praktisch, man kann sich für die eigene Box ja immer wieder neue Inspiration holen für neue Übungen. Alex wird es freuen, wenn Emu ihm von diesem Training erzählt. Das WOD bestand übrigens aus Slamballs, die in Deadlift-Manier außerhalb des rechten Fußes aufgenommen und über die linke Schulter an die Wand gedrückt wurden. Dann von links unten nach rechts oben, usw. Als Beilage dazu gab es noch V-Ups, oder wie man früher gesagt hat: „Klappmesser“ und Shoulder Taps (Liegestützposition und überkreuz berühren der Schulterkappen). Das WOD war anstrengend, aber irgendwie anders anstrengend. Es hat aber definitiv Spaß gemacht, da wir neben einer coole Truppe auch einen kompetenten Coach hatten, der sich für jeden Einzelnen viel Zeit genommen hat.

Tag 3 des Roadtrips, zweiter Drop-In ever. Nach gefühlt drei Stunden Schlaf in Dannys Zimmer, gegen das Harry Potters Schrank unter der Treppe ein Luxusresort ist, diversen Drinks am Vorabend und einer langen Autofahrt am Nachmittag stelle ich fest: top Voraussetzungen für ein hartes WOD…nicht! Und doch blühte uns an diesem Morgen eine modifizierte Version von „Zeus“, die da lautete: 40 Minuten time cap, 30 Wallballs, 30 Power Cleans, 30 Box Jumps, 30 Push Presses, 30 T2B, 30 Backsquats und 400m Rennen mit Slamball. Und weil es so schön ist, mussten wir davon drei Runden machen. Herrlich! Im Großen und Ganzen kann ich vor allem berichten, dass ich überlebt und knapp zwei Runden absolviert habe in diesen 40 Minuten. Ich bin mir nicht sicher, aber Emu und Danny dürften eine ganze Ecke weiter gekommen sein. Streber.

Nach einer ganze Reihe von Anweisungen auf Dänisch, die ganz lustig klangen, aber deren Inhalt mir so verständlich war wie die Matheaufgaben damals im Bachelor, haben wir noch einen Abstecher in den Open Gym-Bereich gemacht, bevor wir uns auf den langen Heimweg begeben haben.

Insgesamt habe ich mich sehr gefreut über die neuen Eindrücke, muss aber auch zugeben, dass es einige Punkte gab, die „zuhause“ besser sind, die ich aber bis dato für selbstverständlich genommen habe. Zum Beispiel hatte ich das Gefühl, dass unsere Community ein ganzes Stück weit familiärer und vertrauter ist. Außerdem sagt mir der Ansatz in unserer Box mehr zu, da ich persönlich ein Fan von Gewichten bin, die mir in beiden Drop-Ins etwas gefehlt haben. Allerdings ist es natürlich immer schwer, einen repräsentativen Eindruck von einer einzigen Trainingseinheit zu bekommen, was bedeutet, dass ich wohl noch das ein oder andere Mal vorbeischauen muss. ;-)

Euer Max

 

*Vom Alkoholgehalt mal abgesehen.

**#alternativefakten