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Der Nano 7.0 - Ein Review

Das Weihnachtsgeld war da - das Weihnachtsgeld ist wieder weg. Dafür klingelt der Postbote mit meinen neuen Reebok Nano 7.0. Seit dem 4. Januar diesen Jahres ist dieser Schuh zu kaufen. Für mich ist es mein erster CrossFit-Schuh. Um ehrlich zu sein, habe ich aber einen Schuh gesucht, den ich auch fürs Gym tragen kann. Doch: Was kann der Nano? Und hält er, was er verspricht? Dem gehe ich auf den Grund. Da ich während des Studiums nebenbei für adidas und Reebok gearbeitet habe, kenne ich mich grundsätzlich ein wenig aus, was Sportschuhe betrifft. Das soll aber meine Wertung nicht beeinflussen. Nun zum Test:

 Die Optik

Ich möchte nur sehr kurz darauf eingehen. Der Schuh kommt mit schwarzem Obermaterial und orange-gelber-grüner Sohle. Mir gefällt die Kombination, aber Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.

 Die Features

   Das Nano-Weave-Obermaterial: Das erinnert mich stark an das klassische Nanoweb der Reebok Z Run-Reihe, mit dem Unterschied, dass dieses noch ein ganzes Stück fester und stabiler wirkt. Das macht Sinn, denn beim Gewichte stemmen und beim CrossFit ist der Schuh völlig anderen Belastungen ausgesetzt als beim Laufen. Stichwort: Wadenheben (Gym) oder Seilklettern (CrossFit). Meiner Meinung nach fühlt es sich gut an und auch die Knickfalte im Vorfuß stört nicht beim Abrollen.

    Anatomische Zehenbox und niedriger Schaft: Die anatomische Zehenbox wirkt optisch sehr schick. Mit den Zehen bin ich noch nicht vorne angestoßen. Das hat aber auch mit der korrekten Größe des Schuhs zu tun. Daumenregel: Sportschuhe sollten immer eine halbe bis ganze Nummer größer sein als Freizeitschuhe (ca. eine Daumenbreite), da der Fuß bei der Belastung stärker durchblutet wird und sich dabei ausdehnt. Den niedrigen Schaft kann ich nicht bestätigen. Bei Boxjumps merke ich den Kontakt zu den Knöcheln durchaus. Das ist nicht unangenehm, aber ich merke ihn. Ob das nur mir so geht, kann ich nicht beurteilen.

    TPU-Fersenverstärkung: Ich habe dieses Feature noch als „externe Fersenkappe“ kennengelernt. Es soll die Stabilität des Fußes während der Bewegung, speziell beim Abrollen, stärker gewährleisten. Mir gefällt diese Lösung gut; der Schuh fühlt sich stabil und leicht zugleich an. Übrigens: Wer mit Insiderwissen angeben will, dem sei gesagt: TPU steht für Thermoplastisches Polyurethan. Das findet man auch häufig bei Running- oder Fußballschuhen in verschiedenster Funktion.

    4 mm-Sprengung: Zuerst: Die Sprengung beschreibt das Höhenverhältnis von Ferse zu Vorfuß. Beispielhaft für eine große Sprengung sind High Heels, Barfußlaufen hat eine Sprengung von Null. Grundsätzlich bin ich ein Fan von geringer Sprengung, zu der wir beim Nano 7.0 schon sehr nahe rankommen. In der Folge wird im Speziellen die Wade stärker gefordert, da viele Menschen es nicht mehr gewohnt sind, mit niedriger Sprengung zu laufen. Dabei kann das dauerhafte Laufen in Schuhen mit zu hoher Sprengung zu Fehlbelastungen in Knie, Becken und Rücken führen. Auch die Achillessehne verkürzt sich dadurch. Kurz und knapp: Mir gefällt dieser Ansatz zur geringen Sprengung sehr.

    Außensohle: Diese ist flach und hat zugleich Grip. Das ist besonders beim Bewegen starker Gewichte - beim squatten beispielsweise - von Vorteil, da der Fuß mit sehr großer Fläche auf dem Boden ruht. Zudem unterstützt die niedrige Sprengung gerade Anfänger dabei, den Squat richtig auszuführen. Diese neigen nämlich oft dazu, zu sehr aus dem Vorfuß, statt aus der Wade zu drücken, was langfristig schlecht für das Knie ist. Der Grip sorgt dafür, dass auch bei ruckartigen Bewegungen, wie Sprints mit Richtungswechseln, Haftung zum Boden besteht.

    Allgemeines: Der Name „Nano“ trifft für mich durchaus zu. Mit laut eigener Messung 390g pro Schuh gehört er, in Anbetracht der Materialien, aus der er ist, zu der leichteren Fraktion. Im Übrigen ist der Schuh eher tailliert geschnitten, also im Mittel- und Vorfußbereich eher etwas schmaler, weshalb ich allen mit breitem Fuß empfehlen würde, den Schuh vorher unbedingt anzuprobieren.

 Das Fazit

Der Reebok Nano 7.0 weiß mit seinen Features zu überzeugen und liegt mit seinen 130€ im normalen Preissegment für Funktionsschuhe. Wer sich also überlegt, den 7.0er zu kaufen, weil „es Zeit wird, die alten 3.0er in Rente zu schicken“, der kann beruhigt zugreifen. Für CrossFit-Neulinge kann er interessant sein, wenn sie das nötige Kleingeld haben, aber auch ohne diesen Schuh können sie gepflegt durchstarten. Zum Running sind sie aber, aufgrund vergleichsweise geringerer Dämpfung und geringerem Grip, kaum geeignet. Allerdings sind sie dafür auch nicht vorgesehen.  Gym-Gängern und CrossFittern kann dieser Schuh aber definitiv ans Herz gelegt werden.

 

Euer Max